Geschichte

Ruine Weinsberg

Die erste Eintragung zu einer Burg auf dem Weinsberg findet sich in einem Urbar des Stiftes Kremsmünster aus dem Jahre 1299. Bei den Besitzungen des Klosters in "Weigansberg" könnte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Weinsberg handeln.

Leider gelang noch keine Zuordnung zu einem Adelsgeschlecht W(e)igand. Weigan kommt von dem althochdeutschen Verb wigan, das kämpfen bedeutet. Die Namensherkunft des Waldgebietes ließe sich so erklären.

Erst aus dem Jahre 1388 gibt es eine Erwähnung des Schlosses "Weinperkh", das sich damals im Besitz des Konrad von Maissau und seiner Söhne Ulrich und Otto von Pöggstall befand.

In einer Besitzaufstellung des Otto von Maissau findet sich "Item das Purkstall Weinsperg mit samt den Wäldern, und der Viechweid die dazu gehörend".

Die 1836 bei der Häusergruppe Weinsbergwiese aufgetretenen Befunde, u. a.
die Fundamente einer Kapelle, können hier die ehemals zur Burg gehörende Siedlung, verschiedentlich mit dem Namen "Elsenreith" bezeichnet, vermuten lassen. Begehungen erbrachten nur im Umkreis des Forsthauses hoch- und spätmitelalterliche Keramik.

Stiller Zeuge des Mittelalters: Vis à vis der Burganlage finden sich Reste des einstigen "Steinbruchs", die Sprengung mittels Holzkeilen hat hier wohl nicht funktioniert …
Steinbruch

Bereits in den Jahren 1412 und 1414 wird nur mehr von einer Burgstall gesprochen, also einem abgekommenen Sitz, bei dem die Burgstelle dem natürlichen Gelände angepasst ist und durch erhaltene Bodeneingriffe erkennbar ist. Daher findet man auch keine Abbildung bei Georg Matthäus Vischer (1628 – 1696), der allein in NÖ über 500 Städte, Burgen und Ruinen, Klöster und Schlösser gezeichnet hat.

Die Ruine befand sich bis 1850 im Verband der Herrschaft Pöggstall, heute gehört die Ruine im Weinsberger Wald zum Habsburg –Lothringen´schen Gut Persenbeug.

Der Weinsberger Wald, auch Weinsberger Forst, wird als das größte, geschlossene Waldgebiet Österreichs bezeichnet. Die Burg auf dem Weinsberg war einst die höchstgelegne in NÖ. Einige Tausender im Weinsberger Forst: Weinsberg – 1041m, Brand – 1030m, Buchelberg – 1022m, Ochsenstrauß –1022m, Dreiblöchelberg - 1021m, Zwettlstein – 1016m, Hirschberg – 1010m, Kaltenberg – 1004m, Großer Höllberg – 1001m.

Literatur:
Burgen – Waldviertel, Wachau, Mährisches Thayatal, Herausgeber: Falko Daim, Karin und Thomas Kühtreiber, Freytag und Berndt, 2. Auflage, Wien 2009

Chronik der Marktgemeinde Gutenbrunn, Alois Händler, Gutenbrunn, 2003