Wo wir sind ist oben ...


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Wenn auch nur, wie in einem Reisebericht  im Standard vom 1. 1. 2011 nachzulesen ist dass "Knapp unterhalb des Gipfels die kärglichen Reste einer Burg" stehen, kann man nach der ersten Kampagne zur Rettung der Ruine auf dem Weinsberg im Gelände die ehemalige Burganlage sehr gut ausnehmen. Gemeinsam befreiten Helfer aus Bärnkopf und Mitglieder des Historischen Vereins Weinsbergerwald mit Zustimmung der Habsburg-Lothringischen Forstverwaltung das Felsplateau und die darunter liegende, Richtung Norden zeigende Terrasse von Verwucherungen und Wildwuchs. Auf dieser Terrasse kann man die Mauerreste des umfassenden Berings und auch Mauern einer Innenverbauung erkennen. Mehrere Berichte von Bewohnern aus Bärnkopf erzählen von einem Brunnen, eher einer Zisterne, in diesem Bereich oder auch auf dem höchsten Punkt.

Beim Markierungsbaum in Bärnkopf startet der Weinsbergweg in einer acht Kilometer langen Rundwanderung Nr. 601 zur Ruine. Von Gutenbrunn kommend findet man den Einstieg Richtung Ruine leicht nach der Weinsbergwiese, links der Landesstraße. Der Weg beginnt leicht ansteigend, wo er steiler wird, gibt es Stufen. Sehr nett ist die 1000-Meter-Markierung, die man hier passieren muss. Durch den hohen Buchenwald hindurch kann man schon die Felsen, auf denen die Burg stand, erkennen. Linkerhand an einer Felsformation vorbei sieht man rechts schon den Turm, den es zu sanieren gibt. Steinmaterial wurde bereits aus den Abbruchböschungen gerichtet, um im Frühjahr und Sommer 2012 das ausgebrochene Loch auszubessern und die Mauerkrone zu sichern.

In dem Buch "Burgen - Waldviertel, Wachau, Mährisches Thayatal" findet sich eine genaue Lage- und Baubeschreibung: "Auf der östlichen Terrasse befindet sich der geschosshoch aufgehende Rest eines quadratischen Bergfrieds von durchschnittlich 7,30 m Seitenlänge und 2,20 m Mauerstärke."

"Auf dem freien, unbewachsenen Gipfelplateau sind geringe Reste und Ausstemmungen eines kleinräumigen, polygonalen Baues (Bering?) festzustellen, über dessen Gliederung keine weiteren Aussagen möglich sind. Bis auf die N- und NO-Seite zeigt der Fels Steilabbrüche."2

Bei klarem Wetter bietet sich ein hervorragender Fernblick vom Schneeberg entlang des Alpen-Hauptkammes Richtung Dachstein, angeblich sogar bis zum Watzmann.

Zurück zum Turm: "Die noch der Einzellage verhaftete Mauerstruktur aus anstehendem Granit-Bruchstein datiert den Turm in die 1. H. d. 13. Jhs."3
Von hier aus kann man auch auf der vorhin erwähnten gegenüberliegenden Felsformation die Schlaglöcher zum Spalten des Granits für Baumaterial erkennen.

 

1 "Wandern im Herzen des Waldviertels", Weinsberger Wald und Kremstal, Waldviertler Hochland und das Land um Zwettl, Thayaland und Franz-Josefs-Bahn, Destination Waldviertel GmbH (www.waldviertel.at)

2, 3 "Burgen – Waldviertel, Wachau, Mährisches Thayatal, Herausgeber: Falko Daim, Karin und Thomas Kühtreiber, Freytag und Berndt, 2. Auflage, Wien 2009