Ausgangssituation

Die Ausgangslage am Turm
Die Ausgangslage am Turm.

Letzter noch deutlich erkennbarer Rest der "Burg am Weinsberg" ist der ca. 3,70 m hohe Sockel des Turmes. Innen ist der Turm ungefähr bis zur Hälfte mit Bruchsteinund Sediment gefüllt. Das sich hier sammelnde Wasser tritt am tiefsten Punkt in der östlichen Wanddes Turmes aus. Die hierdurch entstandene Frostkehle wächst jährlich und stellt eine ernsthafte Bedrohungfür den Fortbestand der Ruine dar. An den meisten Stellen ist im gesamten Mauerbereich kaum noch Fugenmörtel vorhanden und das Mauerwerksteht statisch zum Teil nur mehr als Trockenmauerwerk. Vor allem an der südlichen Innenwand und der nördlichen Außenwand sind durch Auswaschungen Teile des Mauerwerks verschwunden. Ein weiteres Problem ist der Bewuchs durch Bäume und Sträucher, sowohl auf der Mauerkrone als auch im Inneren des Turmes, deren Wurzeln das Mauerwerkzusätzlich beschädigen. Die auf der Mauerkrone wachsende "Kräuterschicht" stellt kein Problem dar, sondern kann eher als Schutzschicht bezeichnet werden.

Geplante Maßnahmen und Methoden

Schematische Darstellung der Ausgangslage am Turm.
Schematische Darstellung der Ausgangslage am Turm.

Die geplanten Maßnahmen sollen im Einklang mit den gängigen vom Bundesdenkmalamt angewandten Methoden zur Sanierung von Ruinen ausgeführt werden. Herausforderung der Ruinenpflege ist es den bestehendenZustand der Ruine zu erhalten, damit die Ruine nicht weiter zerfällt, aber ohne dessen Aussehen und Charakter zu verändern. Auch wenn man glaubt zu wissen wie und wo eine zusammengefallene Mauer einst stand, ist es nicht erlaubt, sie einfach wieder aufzubauen. Statisch notwendige Ausmauerungen, die einen weiteren Zerfall verhindern, sind aber durchaus zulässig und sogar notwendig. Als Material werden grundsätzlich nur (Gruben-)Sand, Kalk und Wasser verwendet. Auf keinen Fall kommen hydraulische Bindemittel wie Zement zum Einsatz, da auch der vorhandene historische Mörtel aus diesen Materialien besteht. Das notwendige Bruchsteinmaterial soll so weit wie möglich an Ort und Stelle gesichert werden. Auch der Sand sollte bevorzugt aus der näheren Umgebung stammen.

Die Maßnahmen lassen sich in vier Hauptbereiche aufteilen:

Entfernen von Bäumen und Sträuchern (Herbst 2011)

Sanierung Frostkehle (ab 2016)

Sanierung Innenwand südseitig (ab 2014)

Fugensanierung (2012)